Warum Vorsorge sich auszahlt
Quelle: BBK
Deutschland gehört zu den sichersten Ländern der Welt — und trotzdem können Extremwetter, Cyberangriffe, Sabotage oder großflächige Stromausfälle den Alltag empfindlich stören. Fällt der Strom aus, funktionieren Kühlschrank, Herd, Heizung und Licht nicht mehr. Auch Mobilfunk und Internet brechen zusammen, Geldautomaten und Kartenzahlung fallen aus, und selbst die Wasserversorgung kann betroffen sein, weil Wasserwerke Strom benötigen.
Wer vorbereitet ist, bleibt in solchen Situationen ruhiger, kann sich und andere versorgen, bis Hilfe eintrifft, und entlastet die Rettungskräfte, die sich dann um Menschen kümmern können, die sich nicht selbst helfen können.
Die zentrale BBK-Empfehlung: Alle Haushalte sollten sich möglichst 10 Tage selbst versorgen können — mit Wasser, Essen, medizinischer Versorgung und Hygiene. Aber auch ein Vorrat für 3 Tage hilft schon sehr. Jede Vorbereitung zählt, und man kann schrittweise aufbauen.
Wasser: Der wichtigste Vorrat
Quelle: BBK
Trinkwasser ist laut BBK wichtiger als Essen. Ein Wasservorrat wird dann entscheidend, wenn kein Wasser mehr aus der Leitung kommt oder das Leitungswasser verschmutzt ist.
Faustregel: 2 Liter pro Person und Tag — davon 0,5 Liter zum Kochen. Haustiere nicht vergessen!
| Vorratsdauer | Wassermenge (3 Personen) | Entspricht |
|---|---|---|
| 3 Tage | 18 Liter | ca. 12 × 1,5-l-Flaschen |
| 5 Tage | 30 Liter | ca. 20 × 1,5-l-Flaschen |
| 10 Tage (Ziel) | 60 Liter | ca. 40 × 1,5-l-Flaschen |
Zusätzlich zum Trinkwasser empfiehlt das BBK Wasserbehälter für Brauch- und Löschwasser — etwa um die Toilette zu spülen oder im Notfall kleinere Brände zu bekämpfen.
Lebensmittelvorrat: haltbar, fertig, energiesparend
Quelle: BBK
Welche Lebensmittel in den Vorrat gehören, hängt von den persönlichen Bedürfnissen ab. Das BBK nennt vier Kriterien für einen sinnvollen Vorrat:
- Haltbar: Essen, das nicht gekühlt werden muss, verdirbt bei Stromausfall nicht.
- Fertig: Essen, das nicht gekocht werden muss, bleibt auch ohne Herd essbar.
- Kurze Kochzeit: spart die wertvolle Energie von Campingkocher oder Grill.
- Für wen? Allergien, Essgewohnheiten, (Klein-)Kinder und Haustiere mitdenken.
Praktisch bewährt hat sich das Prinzip des „lebenden Vorrats“: Kaufe Lebensmittel, die du ohnehin isst, in etwas größerer Menge und verbrauche sie nach dem Rotationsprinzip (Neues nach hinten, Altes nach vorn). So verfällt nichts.
Licht & Wärme bei Stromausfall
Quelle: BBK
Fällt im Winter die Heizung aus, kühlen Räume schnell aus. Das BBK empfiehlt für die Kategorie „Licht und Wärme“:
- Taschenlampe und Ersatzbatterien
- Kerzen und Feuerzeug
- Warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke
- Netzunabhängige Heizgelegenheit (Gasheizer, Petroleumofen, Ethanolkamin) — nur mit Innenraum-Zulassung
- Brennstoffvorrat für die Heizgelegenheit
Zur Überbrückung helfen laut BBK zunächst warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke. Fenster und Türen geschlossen halten, um das Auskühlen zu verlangsamen — aber regelmäßig stoßlüften, um die Luftqualität zu sichern.
Lebensgefahr Kohlenmonoxid: Beim Heizen und Kochen mit offener Flamme kann bei Sauerstoffmangel Kohlenmonoxid entstehen — geruchlos und tödlich. Nur Geräte mit ausdrücklicher Innenraum-Zulassung verwenden und einen geprüften CO-Melder installieren.
Kochen ohne Strom
Quelle: BBK
Bei einem Stromausfall bleibt der Elektroherd kalt. Ein Gasherd funktioniert oft weiter. Das BBK unterscheidet klar zwischen Geräten für drinnen und draußen:
Für Innenräume geeignet
- Stövchen mit Teelicht — wärmt Essen auf (z. B. Fertigsuppe)
- Fondue-Set mit Brennpaste — bringt kleine Mengen zum Kochen
- Gaskocher — nur wenn für Innenräume zugelassen
Nur im Freien verwenden
- Campingkocher mit Gaskartusche
- Gas- oder Holzkohlegrill
Information & Kommunikation: Wenn Handynetz und Internet ausfallen
Quelle: BBK
Ohne Strom fällt nach einiger Zeit auch das Mobilfunknetz aus — und damit Telefon, Internet und alle Warn-Apps. Radiosender funktionieren dagegen meist weiter. Deshalb ist ein netzunabhängiges Radio laut BBK das wichtigste Informationsgerät in einer Krise.
- Solar- oder batteriebetriebenes Radio (inkl. Batterien) oder Kurbelradio
- Warn-App installiert, z. B. NINA
- Aufgeladene Powerbank
- Liste wichtiger Telefonnummern auf Papier
Weitere BBK-Tipps: Online-Karten vorab herunterladen und offline nutzen. Anlaufstellen wie Rathäuser oder Notfalltreffpunkte kennen. Und falls die Notrufnummern 110/112 nicht mehr erreichbar sind: direkt zur nächsten Polizeiwache oder ins Krankenhaus gehen.
Hausapotheke: Kleine Notfälle selbst versorgen
Quelle: BBK
In einer Krise können Rettungsdienst, Krankenhäuser und Apotheken vorübergehend überlastet oder nicht erreichbar sein. Eine gut sortierte Hausapotheke hilft, kleinere Notfälle selbst zu bewältigen. Das empfiehlt das BBK:
- Persönliche Medikamente — bei regelmäßigem Bedarf Vorrat für mindestens 10 Tage
- Schmerzmittel und fiebersenkende Mittel
- Fieberthermometer
- Wund- und Hautdesinfektionsmittel
- Pflaster, Verbandsmaterial, Verbandtuch für Brandwunden
- Einmalhandschuhe, Pinzette, Schere
- Kühlkompresse
- Brand-, Wund- und Heilsalbe
- Mittel gegen Durchfall, Erbrechen und Übelkeit
- Mittel gegen Erkältungsbeschwerden, abschwellende Nasentropfen
- Elektrolyte zum Ausgleich von Flüssigkeitsverlust
- Mittel gegen Sonnenbrand und Insektenstiche
Das BBK weist außerdem darauf hin: Verbandkästen und Erste-Hilfe-Kits enthalten bereits das Material zur Wundversorgung — eine gute Lösung, wenn man nicht alles einzeln kaufen möchte. Ein Erste-Hilfe-Kurs (Stichwort Herzdruckmassage) ergänzt die Ausrüstung um das nötige Wissen: wiederbelebung.de.
Hygiene ohne fließend Wasser
Quelle: BBK
Wenn kein Wasser mehr aus der Leitung kommt, wird Hygiene schnell zur Herausforderung. Die BBK-Checkliste:
- Zahnpasta, Zahnbürsten, Seife
- Persönliche Hygieneartikel (Monatshygiene, Windeln)
- Toilettenpapier, Feuchttücher, Haushaltspapier
- Desinfektionsmittel und Waschmittel
- Müllbeutel — auch große, stabile zum Einhängen in die Toilette
- Haushaltshandschuhe
- Campingtoilette
Notgepäck: Wenn du schnell raus musst
Quelle: BBK
Bei einem Brand oder Hochwasser bleibt manchmal keine Zeit zum Packen. Ein griffbereites Notgepäck sorgt dafür, dass du in wenigen Minuten mit dem Wichtigsten aus dem Haus bist. Das gehört laut BBK hinein:
- Warme Kleidung, Regenschutz, feste Schuhe + Wechselkleidung
- Erste-Hilfe-Material und persönliche Medikamente
- Geladene Powerbank
- Hygieneartikel
- Haltbare Lebensmittel und wiederbefüllbare Trinkflasche
- Mappe mit wichtigen Dokumenten
- Schlafsack oder Decke, Essgeschirr
- Taschenmesser, Dosenöffner, Taschenlampe
- Batterie-, Solar- oder Kurbelradio
- Feuerzeug oder Streichhölzer
- Sonnencreme und Kopfbedeckung
- Notizblock und Stift, Arbeitshandschuhe
- Ersatz für Hilfsmittel (Brille, Hörsysteme)
- Bargeld
Dokumente sichern
Quelle: BBK
Bei Brand oder Hochwasser können wichtige Unterlagen unwiederbringlich verloren gehen — manche lassen sich kaum oder gar nicht neu beschaffen. Das BBK empfiehlt eine griffbereite Dokumentenmappe in einem feuerfesten oder wasserdichten Behälter. Wichtig sind Dokumente, die:
- die Identität belegen (Geburtsurkunde, Personalausweis)
- Besitz belegen (Grundbucheinträge, Kaufverträge)
- finanzielle Ansprüche belegen (Versicherungspolicen)
- Qualifikationen belegen (Schul- und Arbeitszeugnisse)
- Rechte belegen (Vollmachten, gerichtliche Entscheidungen)
- wichtige persönliche Informationen enthalten (Testament, medizinische Befunde, Impfausweis, Passwortlisten)
- emotional wichtig sind (ausgewählte Fotos)
Tipp aus der BBK-Broschüre: Bei der ausstellenden Institution nachfragen, ob das Dokument im Original oder als beglaubigte Kopie vorliegen muss.
Brandschutz
Quelle: BBK
Die BBK-Checkliste zum Brandschutz umfasst drei Punkte:
- Rauchmelder — in allen Räumen außer Bad und Küche wichtig (in Deutschland gilt zudem eine gesetzliche Rauchmelderpflicht; Details regeln die Landesbauordnungen)
- Feuerlöscher oder Feuerlöschspray
- Kohlenmonoxid-Melder — besonders wichtig, wenn ohne Strom geheizt oder gekocht wird
Wenn es brennt, gilt laut BBK: Nur löschen, wenn du dich nicht selbst in Gefahr bringst. Sonst Raum verlassen, Türen schließen, andere warnen, Gebäude verlassen — niemals durch verrauchte Treppenhäuser — und die Feuerwehr unter 112 rufen. Schon wenige Atemzüge Brandrauch sind lebensgefährlich.
Die komplette Checkliste zum Ausdrucken
Quelle: BBK
Alle Kategorien dieser Seite stammen aus der offiziellen BBK-Checkliste: Licht und Wärme, Essen und Trinken, Information/Kommunikation, Hausapotheke, Hygiene, Notgepäck, Brandschutz sowie Sonstiges (Wasserbehälter für Brauch- und Löschwasser, FFP2-Atemschutzmasken, Schutzhelm, zusätzliches Bargeld).
Tipp: Diese Seite ist für den Ausdruck optimiert — mit Cmd/Ctrl + P bekommst du alle Checklisten zweispaltig auf Papier. Navigation und Werbeboxen werden dabei automatisch ausgeblendet.
Das BBK stellt die Checkliste zusätzlich als kostenloses PDF zum Abhaken bereit, inklusive Feldern für eigene Ergänzungen: bbk.bund.de/vorsorge. Denk daran: Die Bedürfnisse sind je nach Lebenssituation unterschiedlich. Prüfe, was für deine Situation angemessen ist — und manches lässt sich auch gemeinsam mit Nachbarn anschaffen und teilen.
Häufige Fragen
Wie viel Wasser sollte ich pro Person bevorraten?
Das BBK empfiehlt 2 Liter pro Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen. Für einen 3-Personen-Haushalt sind das 18 Liter für 3 Tage, 30 Liter für 5 Tage und 60 Liter für das 10-Tage-Ziel. Haustiere brauchen zusätzlich Wasser.
Für wie viele Tage sollte mein Notvorrat reichen?
Ziel sind laut BBK 10 Tage Selbstversorgung — Wasser, Essen, Medizin und Hygiene. Auch 3 Tage helfen schon sehr; darauf kannst du schrittweise aufbauen. Jede Vorbereitung zählt.
Warum ein Kurbelradio, wenn ich ein Smartphone habe?
Bei einem Stromausfall fällt nach einiger Zeit das Mobilfunknetz aus — und damit Internet, Telefonie und alle Warn-Apps. Radiosender senden dann meist weiter. Batterie-, Solar- und Kurbelradios funktionieren ohne Steckdose und sind deshalb die zuverlässigste Informationsquelle.
Darf ich mit dem Campingkocher in der Wohnung kochen?
Nur wenn das Gerät ausdrücklich für Innenräume zugelassen ist. Campingkocher mit Gaskartusche und Grills gehören ausschließlich ins Freie. Bei Sauerstoffmangel entsteht geruchloses, lebensgefährliches Kohlenmonoxid — ein CO-Melder ist dringend empfohlen.
Warum sollte ich Bargeld zuhause haben?
Ohne Strom oder IT fallen Kartenzahlung, Handy-Bezahlen und Geldautomaten aus. Das BBK empfiehlt deshalb einen Bargeldvorrat — im Haushalt und zusätzlich im Notgepäck.
Was ist die Warn-App NINA?
NINA ist die offizielle Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes. Sie warnt vor Gefahren wie Unwettern, Hochwasser oder Großbränden und gibt Handlungsempfehlungen. Kostenlos für Android und iOS — Infos unter bbk.bund.de. Wichtig zu wissen: Sirenen warnen mit einem einminütigen auf- und abschwellenden Heulton (Gefahr — informieren!), Entwarnung ist ein einminütiger Dauerton.
Quellen
Diese Seite fasst die Empfehlungen der folgenden offiziellen Publikationen zusammen. Wir empfehlen ausdrücklich, die Originale zu lesen — sie sind kostenlos und enthalten weitere Themen, unter anderem Umgang mit Ängsten, mit Kindern über Krisen sprechen, Desinformation erkennen und Schutz suchen:
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ (Ratgeber-Broschüre). Abrufbar unter bbk.bund.de/vorsorge.
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): „Checklisten zur Vorsorge für Krisen und Katastrophen“. Abrufbar unter bbk.bund.de/vorsorge.
- Warn-App NINA: bbk.bund.de → Warn-App NINA.
- Notruf-App nora (Notruf ohne Sprechen): nora-notruf.de.
- Wiederbelebung lernen: wiederbelebung.de.
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